Di, 21. Okt 2008 20:28 Uhr
cantamus dresden in der Versöhnungskirche
Das neue, jetzt in der Versöhnungskirche vorgestellte Jahresprogramm [...] dreht sich um Bach, seine familiären Ursprünge und die bis in die Gegenwart reichenden Folgen - eine gekonnt zusammengestellte Werkauswahl, zu der auch Kompositionen des 20. Jahrhunderts gehörten.
Der Chor war bestens vorbereitet, homogen und nuancenreich der Ensembleklang.[...] Rundum in fünf Chören aufgestellt, schufen die Sänger eine dichte Klanghülle mit des Thomaskantors schlichter Schöpfung „Komm, süßer Tod", aus dem sich ein unerschöpfliches Klanggewölbe von Gunnar Eriksson entwickelte. Genüsslich die Vorzüge der doppelchörigen Anlage ausnutzend, widmete man sich der Adventsmotette „Lieber Herr Gott" von Johann Christoph Bach.
Wieder ein Paar schloss sich an: Bachs todessehnsüchtiger Motette „Komm, Jesu, komm" stand die auf der gleichen Grundlage fußende Version des 1942 geborenen Sven-David Sandström gegenüber. Bei ihm gliedert sich der Chor teilweise in bis zu 24 Stimmen, überlagern sich Akkorde. Da sind Präzision und klangliche Feinheiten gefragt - Anforderungen, mit denen „cantamus" bestens zurechtkam. [...]
Bevor vielschichtiger, überschäumender Chorjubel mit Johann Ludwig Bachs „Das ist meine Freude" das Konzert beschloss, gab es noch eine Erstaufführung. Mit „Einmal wandelt Läuten durch mich" (Text: Gertrud Kolmar) geht der Berliner Komponist Hans Schanderl auf Bach zu. Glockenartige Klangvarianten kommen zu Gehör, filigran und ausdrucksintensiv durch den Chor musiziert.
Nicht unerwähnt bleiben soll der einfühlsame Organist Age-Freerk Bokma, der sich für seine Solobeiträge - Sätze aus Bachs Französischen Klaviersuiten -leider mit einer kleinen Altarorgel begnügen musste.
M. Hanns